Bielefelder Filmpreis-Gesellschaft trauert um Chantal Akerman

Gesehen, was sonst niemand sah

Der plötzliche Tod der Filmregisseurin und Autorin Chantal Akerman hat bei der Gesellschaft zur Verleihung des Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreises tiefe Bestürzung hervorgerufen. Erst am 15. März hatte Akerman die Auszeichnung zum Andenken an den Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau aus Bielefeld als zehnte Preisträgerin in der Stadt entgegen genommen.

Chantal Akerman starb am 5. Oktober in Paris. Medienberichten zufolge nahm sie sich das Leben. Daniel Kothenschulte, Filmkritiker der Frankfurter Rundschau und Mitglied der Preisjury sowie Laudator der Preisverleihung am 15. März in Bielefeld, würdigte als langjähriger Wegbegleiter Werk und Person mit einem ausführlichen Nachruf. Dort heißt es: „Wenn man mit Chantal Akerman reiste, filmte sie fast unentwegt mit ihrem iPhone. In den Pausen setzte sie die Bilder auf ihren Laptop zusammen, und man staunte, was sie gesehen hatte, das sonst niemand sah.“

Der von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und den Bielefelder Partnern der Rechtsanwaltskanzlei Streitbörger Speckmann unterstützte Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis wahrt das Andenken an den legendären Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau, der 1888 in Bielefeld zur Welt kam und 1931 in Kalifornien starb. Chantal Akerman, 1950 in Belgien geboren, beeindruckte die Jury „durch ihr individuelles, streng persönliches Schaffen, mit dem sie dem europäischen Autorenkino seit über 40 Jahren eine einzigartige Stimme schenkt.“

Der Vorstand der Gesellschaft zur Verleihung des Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreises zeigte sich von der Todesnachricht tief bestürzt. Der Vorsitzende des Vereins Thomas Sterthoff würdigte Chantal Akerman als „große Künstlerin und Filmschaffende, eine ganz besondere und eigensinnige Persönlichkeit.“ Akerman hatte den Bielefelder Filmpreis wegen des großen Einflusses Friedrich Wilhelm Murnaus auf ihr Werk als „meinen Nobelpreis“ bezeichnet. Sterthoff, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG, sagte jetzt: „Wie hätte es jemals eine würdigere Trägerin des 10. Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreises geben können!“

Gesellschaft zur Verleihung des Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreises e. V

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Einbalsamierter Kopf aus Begräbnisgruft gestohlen

Foto der Gruft von F.W. MurnauGruft von F.W. Murnau

Der Leichnam des verstorbenen F.W. Murnau lag bis vor wenigen Tagen einbalsamiert und unberührt in einer Berliner Gruft. Vor wenigen Tagen ist die Gruft von Unbekannten geöffnet und der einbalsamierte Leichnam geschändet worden. Unbekannte öffneten den Sarg, trennten den Kopf von dem einbalsamierten Leichnam und entwendeten ihn. Hierüber wurde in der Print-Presse sowie im Internet ausführlich berichtet, u.a.: