Jury entscheidet über den Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis 2014

Seit 1988, dem 100. Geburtstag des in Bielefeld geborenen Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau, werden mit dem nach ihm benannten Bielefelder Filmpreis europäische Filmautoren ausgezeichnet. Preisträger waren Eric Rohmer, Wim Wenders, Henri Alekan, Herbert Achternbusch, Jacques Rivette, Werner Herzog, Elfi Mikesch mit Werner Schroeter (Gewinner 2010) und Aki Kaurismäki (Gewinner 2012).

Seit 2010 wird dieser Filmpreis durch die von den Bielefelder Partnern der Rechtsanwaltskanzlei Streitbörger Speckmann gegründete Gesellschaft zur Verleihung des Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis e.V. verliehen. Gemeinsam mit ihnen ist die Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG heute Mitglied der Gesellschaft. Der Preis ist mit einem Preisgeld von mindestens 10.000 Euro ausgelobt und soll das kulturelle Ansehen der Stadt Bielefeld zusätzlich fördern.

Jurymitglieder sind seit 2010 Christiane Heuwinkel, Vorsitzende der Friedrich Wilhelm Murnau Gesellschaft e.V., Stefanie Schulte Strathaus, Co-Direktorin des Arsenal Institut für Film- und Videokunst, Berlin, und Mitglied des Auswahlkomitees der Berlinale, Daniel Kothenschulte, Film- und Kunstkritiker, und Dr. Horst Annecke, Gründungsmitglied der Gesellschaft zur Verleihung des Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Preises e.V. und Vorsitzender der Jury.

Durch ihr Votum wird der Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Preis 2014 an die belgische Regisseurin und Autorin Chantal Akerman verliehen.

Chantal Anne Akerman wurde 1950 in Brüssel geboren. Mit dem Schicksal ihrer jüdischen Familie, von dem Akerman stark geprägt ist, wird sie sich in ihren Werken immer wieder auseinandersetzen. 1968, nach einer kurzen Zeit an der Brüsseler Filmhochschule, geht sie nach Paris und dreht dort ihren ersten Film „Saute ma ville”, in dem sie auch die Hauptrolle spielt.

Seither hat sie über 40 Kurz- und Langfilme, Essays, Dokumentationen, Spielfilme und in den letzten Jahren auch Video-Installationen realisiert. In langen Einstellungen, die für ihr Werk charakteristisch sind, erschafft sie Porträts von Frauen („Jeanne Dielman”), aber auch Komödien („Un divan à New York”) und dokumentarische Filme („A l’Est avec Sonia Wieder-Atherton”). Ihre Video-Installationen wurden 2001 auf der Biennale di Venezia und 2002 auf der documenta gezeigt. Chantal Ackerman ist Professorin an der European Graduate School in der Schweiz. Sie lebt in Paris und New York.

„Chantal Akerman versteht es, ganz hinter den Film zurückzutreten, nur ihn existieren zu lassen. In dieser Hinsicht sind ihre Filme zweifellos ,klassisch‘ im Sinn aller großen Klassiker – sie werden noch lange bestehen, weil sie frei, offen und lebendig sind ...“ Claire Atherton, 2004

Der Preis wurde am Sonntag, den 15. März 2015 um 11.00 Uhr im Theater am Alten Markt an die Preisträgerin Chantal Akerman in Bielefeld übergeben. Die Laudatio zur Preisverleihung hielt Daniel Kothenschulte.
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Fotos: © Sputnik Oy /
Marja-Leena Hukkanen